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3 Dezember, Montag, 17:21 – Mach Dein Belarus auf Deutsch!!
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Jean-Jacques Rousseau
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Transformation der belarussischen Wirtschaft - Chancen und Risiken


08/23/2008 - 22:57 / Übersetzung aus dem Russischen

Am Samstag, dem 7. Juni kam es in der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte IBB in Minsk zu einer Diskussion im Rahmen des Projekts "Liberaler Klub". Thema war die "Transformation der belarussischen Wirtschaft - Chancen und Risiken". Die Diskussion hatte ein ungewöhnlich breites Format, da neben den traditionellen Teilnehmern aus der belarussischen Hauptstadt und den Regionen auch Vertreter aus Deutschland anwesend waren, Stipendiaten der Friedrich Naumann Stiftung zur Förderung des akademischen Nachwuchses.
 
Die Präsentation und Analyse wurde von einer bekannten Expertin geleitet, der Ökonomin des IPM Forschungszentrums, Elena Rakowa. Nach einer einführenden Analyse der Entwicklung der Wirtschaft bis 2008 konzentrierte sich die Expertin auf die aktuell brennenden Probleme, vor allem auf das Wachstum des Außenhandeldefizits (durch vermehrte Importe), das Anwachsen der Ausgaben, das Schrumpfen der Staatsbudgets zu einer Zeit, in der Unternehmen und Bevölkerung mehr denn je staatliche Beihilfen nötig hätten. Außerdem sprach sie natürlich über die Beschleunigung des Preiswachstums, über das sinkende Vertrauen in die nationale Währung und den Mangel an Spezialisten.
 
Als Heilmittel für die sich zunehmend entzündende Wunde zog die Expertin E. Rakowa eine weitere Vergrößerung der Auslandsverschuldung in Betracht (durch ausländische Anleihen und Kredite), sowie Privatisierungen und das Anlocken ausländischer Investitionen. Eine weitere Lösung wären strukturelle Wirtschaftsreformen - leider eine wenig wahrscheinliche Variante, da diese die Position der belarussischen Machthaber untergraben könnte.
 
Allerdings könnte schon im Jahr 2010 die weißrussische Regierung zu einer Entscheidung gezwungen werden: Die Fortführung der bisherigen Wirtschaftspolitik führt zu einer deutlichen Geldentwertung, und damit zu einem drastischen Absinken der Einkommen der Bevölkerung, Hyperinflation und Krise des Finanzsystems des Landes wären die Folge. Eine alternative Variante wäre die Durchführung von entschiedenen Strukturreformen, die eine Reihe anstehender Probleme lösen würden, und neue Entwicklungsperspektiven schaffen könnten.
 
Der deutsche Wirtschaftsstudent Michael, der bei der Diskussion anwesend war, bewertete die Situation wie folgt: "Das ökonomische Modell von Belarus ist beileibe nicht einzigartig. Die meisten autoritären Systeme besitzten ein solches Modell, das auf die Befriedigung der minimalen Bedürfnisse eines durch Propaganda benebelten Spießbürgers ausgerichtet ist. Obwohl im Grunde dieses Modell von Anfang an mit fehlerhaften Mechanismen ausgestattet ist, funktioniert es alleine durch dieAußenpolitik, in diesem Fall durch die Beziehungen zu Russland. Aber früher oder später kommt es zu einem Moment des Zusammenbruchs, und die Gesellschaft steht vor einer unabwendbaren Transformation, und zwar nicht nur einer wirtschaftlichen. In den nächsten paar Jahren erwartet Belarus genau so ein Umbruch, der die Errichtung eines neuenWirtschaftssystems im Lande erzwingen wird, so wie das einmal bei den mitteleuropäischen Ländern der Fall war. Leider wirkt sich diese Transformation sehr schlecht auf den Lebensstandard des einfachen belarussischen Bürgers aus, der heute ganz objektiv psychologisch einfach nicht bereit der harten Konkurrenz auf einem freien Markt standzuhalten, oder unternehmerische Selbständigkeit zu wagen."
 
Weiterführender Link: http://research.by/eng

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