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Gasprom schenkt Weißrussland niedrigen Gaspreis für sichere Lieferungen nach Europa

12/20/2007 - 12:00 / RIA-NOWOSTI

Gasprom hat offiziell bekräftigt, dass der Gaspreis für Weißrussland im kommenden Jahr 119 Dollar pro 1000 Kubikmeter betragen wird. Experten dagegen halten laut der Online-Zeitung „Gazeta.Ru“ den Beschluss für ausschließlich politisch.
 
Zuvor rechneten sie durchaus damit, dass der Preis für Weißrussland wegen der Verteuerung von mittelasiatischem Gas bis auf 160 bis 165 Dollar pro 1000 Kubikmeter steigen könne.
 
Der Gasprom-Vertreter Sergej Kuprijanow erklärte, der Preis von 119 Dollar pro 1000 Kubikmeter sei für Gasprom "zweifellos gewinnbringend". Doch im Vergleich mit den Preisen für andere Länder wirkt diese Aussage nicht sehr überzeugend. Nach Ansicht von Experten ist dieser Preis Ergebnis eines politischen Kompromisses und des gegenseitigen Wunsches der Seiten, die Beziehungen vor dem Neujahr nicht zuzuspitzen.
 
"Russland hat den entstehenden Konflikt geglättet und zumindest für ein halbes Jahr Weißrussland als strategischen Verbündeten erhalten", erläutert Dmitri Absalow, Experte des Zentrums für Politische Konjunktur. "Minsk aber hat sich sehr günstige Gaspreise und einen Stabilisierungskredit von 1,5 Milliarden Dollar ausgehandelt, was es seit dem Sommer dieses Jahres zu erreichen suchte."
 
Weißrussland als weiterer Verbündeter ist laut dem Experten auch noch deshalb außerordentlich wichtig, weil angesichts der politischen Ereignisse in der Ukraine und der instabilen Position des russischen Gasmonopolisten auf dem ukrainischen Markt das Spiel an zwei Fronten Gasprom beträchtlich schwächen würde.
 
Freilich vertritt Valeri Nesterow, Experte der Investmentgesellschaft "Troika Dialog", die Auffassung, dass der Preis von 150 Dollar pro 1000 Kubikmeter am Jahresende trotzdem aktuell sein kann: "Beide Seiten sehen ein, dass der heutige Preis dem Markttrend nicht entspricht. Deshalb wird der Gaspreis gegen Ende 2008 in jedem Fall ansteigen."
 
Jekaterina Krawtschenko, Expertin von "BrokerKreditService", ist der Ansicht, dass eine massive Preiserhöhung von der politischen Situation in Russland, in Weißrussland sowie von den Erfolgen von Gasprom auf dem europäischen Markt abhängen wird. Es ist für Gasprom einfacher, den Gewinn in Weißrussland zu opfern als die europäischen Verbraucher zu verlieren, erläutert die Expertin. "Europa verfolgt sehr aufmerksam die Beziehungen des Gasmonopolisten zu den Nachbarländern. Eine drastische Preiserhöhung für Weißrussland als ein Land, das von den russischen Lieferungen abhängt, kann Gasprom den Weg nach Europa versperren, wo man die Abhängigkeit von Russland höchst empfindlich auffasst."

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