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Weißrussland in Bedrängnis: Hohe Ölpreise aus Moskau und West-Sanktionen - Russlands Presse

12/21/2006 - 13:57 / RIA-Novosti

MOSKAU, 21. Dezember (RIA Novosti). Nach der Europäischen Union und den USA hat nun auch Kanada Wirtschaftssanktionen gegen Weißrussland beschlossen. Minsk reagierte jedoch kaum darauf, weil es vielmehr über mögliche Verluste besorgt ist, die die geplanten Schritte Russlands verursachen können.

Die jüngste Entwicklung um Weißrussland wird am Donnerstag unter anderem in den Tageszeitungen "Nesawissimaja Gaseta" und "Kommersant" kommentiert.

Alle Sanktionen des Westens zusammengenommen sind "ein Nichts im Vergleich zu den Maßnahmen, die Russland in Bezug auf Weißrussland unternimmt", stellt der wirtschaftspolitische Experte Jaroslaw Romantschuk aus Minsk fest. Kanadas Anteil an der Handelsbilanz Weißrusslands liegt bei weniger als einem Prozent. Die beschlossenen Sanktionen seien insofern eher eine politische Geste und nicht etwa ein Schritt, der die weißrussische Wirtschaft irgendwie beeinflussen könnte.

Die von der EU angekündigten Wirtschaftssanktionen, die im kommenden Frühjahr in Kraft treten sollen, wie auch das amerikanische Embargo könnten der weißrussischen Wirtschaft Verluste in Höhe von 250 bis 300 Millionen Dollar bringen. Allein durch eine Änderung der Rohölpreise von Russland würden in Weißrusslands Etat mehr als drei Milliarden Dollar fehlen.

Indessen scheint der Westen Moskau zu verdächtigen, es bereite einen "Anschluss" Weißrusslands vor. Die US-Botschafterin in Minsk, Karen Stewart, erklärte, die USA würden die Ergebnisse eines Referendums über die Gründung eines russisch-weißrussischen Einheitsstaates, wofür der Kreml seit langem plädiert, nicht anerkennen.

Ariel Cohen, leitender Russland-Experte des Heritage-Fonds, stellt fest: "Karen Stewarts Worte sind nicht nur an Alexander Lukaschenko, sondern auch an Wladimir Putin gerichtet". Damit habe das amerikanische Außenamt dem Kreml eventuell auch zu verstehen gegeben, dass "es die Legitimität einer dritten Amtszeit Putins nicht anerkennen wird, sollte er sich an die Spitze eines Staates stellen, der als Folge einer russisch-weißrussischen Vereinigung entstehen würde".

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